Chronik

Geschichtliche Entwicklung

 Chronik 1
 Möhrendorf mit Wasserschöpfrädern vor 1975, Foto Horst Gorzel, Erlangen

Im Regnitztal drehten sich seit mehr als 600 Jahren Wasserschöpfräder. Zehn dieser einmaligen Technik- und Kulturdenkmale haben sich bei Möhrendorf erhalten.

Im Regnitzbecken war und ist auf Grund der geologischen Verhältnisse (leichte Sandböden) und der klimatischen Verhältnisse (wenige Niederschläge) eine ertragreiche Landwirtschaft nur mit künstlicher Bewässerung möglich. Anfangs reichten die Talwiesen am Oberlauf der Red­nitz/Regnitz und an den Zuflüssen der Regnitz, mit der Möglichkeit der Staubewässerung aus, die Bevölkerung mit Milch, Milchprodukten und Rindfleisch zu versorgen. Durch das Wachsen der Städte in der Stauferzeit musste die Wiesenkultur im gesamten Talraum verbessert werden, aber wie? Wegen der Breite und vor allem wegen der Eintiefung der Regnitz in den Talgrund ist eine Staubewässerung mit Wehren und Gräben im Regnitztal nur in Kombination mit Mühlwehren reali­sierbar. Ein Ausweg war die Bewässerung mit vom Fluss selbst angetriebenen Wasserschöpfrädern. Solche Wasserschöpfräder waren seit ca. 250 v. Chr. in den Hochkulturen Mesopotamiens im Ein­satz [1 und 2].

Kupfer [1] vermutet, dass die Wiesenbewässerung mit Wasserschöpfrädern im Regnitzbecken zwi­schen 1250 und 1400 eingeführt wurde. Sie ist auf ehemals Bamberger Gebiet (Regnitz um Fürth) seit 1413, auf markgräflichem Gebiet (Regnitz um Erlangen) seit 1429 und auf reichsstädtischem Gebiet (Unterlauf der Pegnitz) seit 1438 urkundlich nachgewiesen. Die antike Bewässerungstechnik mit Wasserschöpfrädern und Grabensystemen war durch die Schriften von Philon aus Byzanz und Vitruvius aus Rom, zumindest in den Klöstern, bekannt. Sicher hatten auch Kreuzritter, Jerusalem­pilger und Nürnberger Kaufleute von den Wasserschöpfrädern im Vorderen Orient berichtet.

Die Blütezeit der fränkischen Wasserschöpfräder war das 18./19. Jahrhundert. Damals drehten sich jedes Jahr von Walburgis bis Michaelis mehr als 250 Wasserschöpfräder an Rednitz/Regnitz und Pegnitz. Allein 34 davon im Flussabschnitt von den Werkern in Erlangen bis zur Kleinseeba­cher/Baiersdorfer Mühle. Mit der „Bayersdorfer Wasser Gerichts Ordnung auf dem Regnitz Fluß de anno 1693“ wurde in 25 Punkten die Nutzung der Wasserkraft zwischen Müllern, Fischern und Betreibern von Wasserschöpfrädern geregelt. Die Wasserschöpfräder waren noch im 19. Jh. so wichtig für die Landwirtschaft in unserer Gegend, dass der „Ludwig-Donau-Main-Kanal“ nicht in die Regnitz, sondern daneben gebaut wurde. Nur zwei Wasserschöpfräder fielen diesem Kanalbau zum Opfer.

Der Rückgang der Wasserschöpfräder begann erst im 20. Jahrhundert. Allein durch den Bau der Regnitz-Wasserkraftwerke in Hausen, Wellerstadt und an den Werkern in Erlangen gingen 62 Was­serschöpfräder verloren und wurden durch Pumpen ersetzt. Laut Wasserbuch von 1967 existieren nur noch 17 Schöpfräder auf Möhrendorfer Flur. Die Wasserschöpfräder von Erlangen, Bubenreuth und Baiersdorf waren schon verschwunden. Auch die Möhrendorfer Wasserschöpfräder wurden durch die Umstrukturierung der Landwirtschaft (Felder im Talgrund, intensiver Maschineneinsatz usw.) immer weniger.


Die Möhrendorfer Wasserschöpfräder – heute ein Freilandmuseum

Chronik 2Die Wasserradgemeinschaft Möhrendorf mit ihren Förderern und ehrenamtlichen Helfern betreibt von Mitte Mai bis Mitte September ein Freilandmuseum.

Auf einer Fluss-Strecke von ca. zwei Ki­lometern drehen sich jeden Sommer zehn Wasserschöpfräder, das ist einmalig in Mitteleuropa.

 

Mit dem geschöpften Flusswasser wird der Grundwasserspiegel angehoben, werden Fischweiher und Feuchtbiotope mit Frischwasser versorgt und teilweise, noch wie vor 100 Jahren, die Wiesen und Felder bewässert.

 

 


Standorte und Betreiber der letzten zehn Wasserschöpfräder von Möhrendorf:

 

 1Lageplan web Wässerwiesenrad, Landwirt Hans Rentsch

2 Vierzigmannrad, Patenschaft Stammtisch Kohlmann

3 Rinnigrad, Patenschaft CSU Möhrendorf

4 Schmiedsrad, Patenschaft Wasserwirtschaftsamt Nürnberg

5 Weidackerrad, Landwirt Harald Rudolph

6 Schlossangerrad, Gemeinde Möhrendorf

7 Kleines Schäferrad, Patenschaft Verein Zufriedenheit Oberndorf

8 Kennerleinsrad, Landwirt Hans Rudolph

9 Altes Schäferrad, Patenschaft Burschenverein Renner

10 Bauernrad, Patenschaft Erlanger Stadtwerke

 

 

  Kartenausschnitt mit den Standorten an der Regnitz, RD 2005


 Von Radherrn und Wässerberechtigten zur Wasserradgemeinschaft

Zur Blütezeit der Wasserschöpfräder waren der Radherr und die Wässerberechtigten einer Schöpf­radanlage eine eigenständige Genossenschaft, ähnlich einer Dreschgenossenschaft. Die komplette Schöpfradanlage war gemeinschaftliches Eigentum und wurde von allen „Wasserrad-Genossen“ gemeinsam errichtet, gepflegt und erhalten. Der Landwirt, auf dessen Grund die Radstatt steht, oder anstößt, war der Radherr. Der Radherr streckte die jährlich anfallenden Unterhaltskosten vor. Die Wässerzeiten waren genau geregelt und in den Katastern vermerkt. Das Kennerleinsrad hatte z.B. einen Wässerungsumlauf von 15 Tagen mit 4 ½, 3, 2 ¼, 1 ½, 1 ½, 1 ½, und ¾ Tage. Im gleichen Verhältnis wurden die Unterhaltskosten am Jahresende umgelegt.

In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts bestand die große Gefahr, dass die historischen Wasserschöpfräder des Regnitztales auch in Möhrendorf endgültig verschwinden. Einerseits setzten die Landwirte immer mehr mobile Beregnungsanlagen ein und andererseits nahmen die Kosten für Reparaturen infolge von Beschädigungen durch Treibgut immer mehr zu. Viele Landwirte wollten ihr Schöpfrad im Frühjahr nicht mehr einhängen. Der damalige Kreisheimatpfleger Horst Gabbert regte die Übernahme von Patenschaften für gefährdete Wasserschöpfräder an. Gemeinde, Land­ratsamt, Denkmalschutz und Naherholungsverein sagten Zuschüsse zu. Das Wasserwirtschaftsamt unterstützt seit dieser Zeit mit Dienstleistungen für alle Arbeiten im Fluss. Noch 1983 wurde für das Vierzigmannrad die erste Patenschaft durch einen Stammtisch übernommen. Die Paten stellen unentgeltlich ihre Arbeitskraft zum Erhalten „ihres“ Wasserschöpfrades zur Verfügung.

Damit die, vermutlich letzten Wasserschöpfräder Mitteleuropas in Möhrendorf, wenigstens als Technik- und Kulturdenkmale erhalten bleiben, gründeten 1995 traditionsbewusste und heimatver­bundene Bürger die „Wasserradgemeinschaft Möhrendorf“. Mitglieder sind ehemalige Radherren (Landwirte), die Paten (Vereine) und die Gemeinde Möhrendorf.

  • Die Wasserradgemeinschaft ist die Lobby der Wasserschöpfräder gegenüber Behörden und Spendern.
  • Die Wasserradgemeinschaft betreibt Öffentlichkeitsarbeit zu Gunsten der Wasserschöpfräder.
  • Die Wasserradgemeinschaft besorgt und verwaltet Zuschüsse und Spendengelder zum Unterhalt der Wasserschöpfräder.

Durch die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder der Wasserradgemeinschaft ist es bisher gelungen, zehn Möhrendorfer Wasserschöpfräder der Nachwelt zu erhalten und von Mai bis September in einer Art Freilandmuseum zu betreiben.


Technik der Wasserschöpfräder

Wie ihre antiken Vorbilder in Mesopotamien besteht eine Möhrendorfer Schöpfradanlage aus einer kleinen Stauanlage (Flügel), einer fest im Fluss verankerten Radstatt, dem eigentlichen Schöpfrad und einem Bewässerungssystem [2].

Stauanlage (Flügel)

Größtes Teil der Wehranlage ist der Grundbaum, ein mit Nadeln und Hinterschlägen fest am Fluss­grund verankerter Baumstamm. Da er ständig unter Wasser bleibt, hat ein Grundbaum eine Lebens­dauer von ungefähr 100 Jahren. Mit angespitzten Rundhölzern (Docken) und Flügelbrettern wird dann im Frühjahr der Fluss um ca. 10 cm aufgestaut und das Wasser zur Radstatt geleitet.

Radstatt

Die Radstatt, auch Radstube genannt, bleibt wie der Grundbaum immer im Fluss. Je drei starke Ei­chenpfähle tragen einen Jochbalken (Goch) aus Kiefernholz. Das landseitige und das wasserseitige Joch werden durch zwei Stege (Laufsteg und Zwerchsteg) zu einem stabilen Holzgerüst verbunden. Eine Radstatt hat nur eine Lebensdauer von zehn bis fünfzehn Jahren, da die sechs Eichenpfähle am Übergang zwischen Wasser und Luft nach einiger Zeit morsch werden.

Schöpfrad

Wichtigste, aber auch komplizierteste Baugruppe einer Schöpfradanlage ist das unterschlächtige Wasserschöpfrad. Es gibt einfache Schöpfräder (Kümpfe nur auf der Landseite) und doppelte Schöpfräder mit Kümpfen auf der Land- und Wasserseite. Der Durchmesser eines Wasserschöpfra­des hängt von der Hubhöhe ab. Die Möhrendorfer Schöpfräder haben einen Durchmesser von unge­fähr vier Metern.

Ein einfaches Wasserschöpfrad besteht im Wesentlichen aus:

  • Einer Welle aus Eichenholz mit je einem Stahlzapfen und zwei Stahl-Spannringen an beiden Wellenenden. Die Welle hat sechs rechteckige Durchbrüche zum Aufnehmen der Arme aus Eichenholz.
  • Die Stahlzapfen der Welle werden in je einem Lagerbock (Anwelle) aus Eichenholz gela­gert, (Gleitlager Metall auf Holz mit Wasserschmierung).
  • Je drei Arme bilden die sechs Speichen eines Radkranzes.
  • Je sechs Krümmlinge, aus bereits krumm gewachsenem Kiefernholz, werden mit Schetterbrettern und Schetternägeln zu einem Radkranz verbunden.
  • 24 Schöpfeimer (Kümpfe) aus Kiefernholz werden mit je zwei Kumpfnägeln aus Eichenholz am landseitigen Radkranz befestigt.
  • 24 Schaufelbretter werden am Umfang der zwei Radkränze angeordnet und mit Wässerbän­dern und Froschkeilen befestigt.

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Zusammengehalten wird ein Wasserschöpfrad durch mehr als 300 Holzkeile und Holznägel. Insge­samt müssen beim Einhängen eines Wasserschöpfrades über 500 Einzelteile montiert werden. Bis auf Wellenzapfen und Spannringe an der Welle sowie die Fassreifen an den Kümpfen bestehen alle Teile aus Holz. Das Arbeiten auf der Radstatt erfordert Fachwissen, Kraft, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

 

Bewässerungssystem

Zu jedem Wasserschöpfrad gehörte früher ein ausgedehntes Netz von Bewässerungskanälen und Bewässerungsgräben, die das geschöpfte Wasser nach festen Regeln und Wässerzeiten auf die Wie­sen verteilten.

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 Bewässerungskanäle des Bauernrades [RD 2005]

In Möhrendorf bestanden noch 1967 vier große Bewässerungssysteme:

  • Bauernrad, Altes Schäferrad, Kennerleinrad, Schäferrad und Oberndorferrad bewässerten die Hinteren Oberndorfer Wiesen, Herrschaftswiesen und Oberndorfer Wiesen links der Regnitz, südlich und östlich von Oberndorf.
  • Schloßangerrad und Rinnigrad bewässerten den Schloßanger und die Rinnigwiesen links der Regnitz zwischen Möhrendorf und Oberndorf.
  • Judenrad, Wässerwiesenrad und Eibigrad bewässerten die Wässerwiesen und den Mühlanger links der Regnitz zwischen Möhrendorf und Kleinseebach.
  • Wegrad, Heßlerrad, Weidackerrad, Schmiedsrad, Vierzigmannrad, Schultheißenrad und Nickelsrad bewässerten die Weidackerwiesen, Bruckwiesen und Ochsenwiesen rechts der Regnitz zwischen Möhrendorf und dem Ludwigskanal, heute Autobahn A73; insgesamt eine Fläche von 36,6 Hektar.

Die kursiv geschriebenen Wasserschöpfräder sind zwischen 1974 und 1998 abgegangen. Bis auf Reste sind die Bewässerungskanäle heute nicht mehr vorhanden. Am Bauernrad und Kennerleinsrad wurde ein Teil der noch vorhandenen Kanäle in mühevoller Handarbeit wieder freigelegt.


Möhrendorfer Zimmerleute und Wasserschöpfräder

Das Fachwissen über den Bau der Wasserschöpfräder wurde von den Möhrendorfer Zimmerleuten von Generation zu Generation weitergegeben. Die Tatsache, dass es im 20. Jh. in Möhrendorf noch zwei Zimmereien, überdurchschnittlich viele Zimmerleute und zwei Sägewerke gab, hängt sicher mit den Wasserschöpfrädern zusammen.

  •  Zimmerei Johann Hoffmann
  • Zimmerei und Sägewerk Hans Ehrhardt
  • Mühle und Sägewerk Konrad Heinlein

Der älteste Hinweis über das Spezialwissen der Möhrendorfer Zimmerleute stammt von 1520. Da­mals übersiedelte der Zimmermann Hans Boß von Möhrendorf nach Forchheim, wo er mit seinen Gesellen auf Rechnung der Stadt Wasserschöpfräder baute. Noch 1534 ist er mit der Beaufsichti­gung von Wasserschöpfrädern betraut [3].

1874 wurde vom Zimmerermeister Johann Hoffmann eine Zimmerei gegründet. Johann Hoffmann und sein Sohn Johann kümmerten sich bis ins 21. Jh. um die Möhrendorfer Wasserschöpfräder. Der 77-jährige Johann Hoffmann erhielt für 50 Jahre Bau und Unterhalt von Wasserschöpfrädern das Bundesverdienstkreuz. Weitere Zimmerleute mit Fachkenntnissen für Wasserschöpfräder waren Hans Hoffmann, der Enkel des Firmengründers Hoffmann, Hübschmann, Pohl, Schickert und Geg­ner. Hans Hoffmann und Zacharias Gegner lernten in der Zimmerei Hoffmann und betreuten bis zu ihrem Tod die Möhrendorfer Wasserschöpfräder. Zwei junge Zimmerleute, Horst Gegner und Ge­org Scheller, betreuen heute mit vielen ehrenamtlichen Helfern die Möhrendorfer Wasserschöpfrä­der. Horst Gegner wurde von seinem Vater Zacharis angelernt. Georg Scheller wurde von Hans Hoffmann in die Geheimnisse eingewiesen und trat 1999 seine Nachfolge an.


Leistung eines Möhrendorfer Wasserschöpfrades

Wasserschöpfräder sind unterschlächtige Wasserräder, die nur die Energie des fließenden Wassers ausnützen können. Unterschlächtige Wasserräder haben deshalb einen wesentlich kleineren Wir­kungsgrad als die ober- oder mittelschlächtigen Wasserräder von Mühlen. Hinzu kommt, dass die Wasserschöpfräder sehr einfach gebaut sind - einfache und gerade Brettschaufeln, kein eng an­schließendes Gerinne. Aus dem gleichen Grund erforderten die mittelalterlichen Schiffsmühlen, die ähnlich aufgebaut waren, Schaufelbretter von neun und mehr Metern Länge. Ohne Eingriff in die Strömungsverhältnisse, könnte ein Möhrendorfer Wasserschöpfrad, bei einer Fließgeschwindigkeit des Wassers von 1 m/s, nur ca. 1000 Watt an Leistung abgeben, die zur Stromerzeugung nicht aus­reicht.

Zum Wasserschöpfen reicht diese Leistung, da das Schöpfrad ober- und unterwasserseitig im Gleichgewicht steht und nur die Reibung sowie das Gewicht des geschöpften Wassers überwunden werden müssen. Bemerkenswert ist die geschöpfte Wassermenge der Wasserschöpfräder. Bei vier Umdrehungen pro Minute, schöpft ein Rad mit 24 Kümpfen 60.000 Liter in der Stunde oder 1.440.000 Liter am Tag.


 Zukunft der Wasserschöpfräder

Chronik 6Künstliche Bewässerung ist im mittelfränkischen Regnitzbecken auch in der modernen Landwirtschaft erforderlich. Bewässert wird jedoch heute, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr mit den traditionellen Wasserschöpfrädern. Hauptgrund dafür ist, dass der intensive Maschineneinsatz in der Landwirtschaft, durch die notwendigen Bewässerungskanäle der Schöpfräder, erheblich behindert wird. Selbst die für die Wasserschöpfräder ersatzweise gebauten Pumpenhäuser sind deshalb heute gefährdet. Bewässert wird jetzt mit fest installierten oder selbstfahrenden halb­automatischen Beregnungsanlagen.                             

Durch den bereits spürbaren Klimawechsel, infolge des von der Menschheit verursachten Treib­hauseffektes und die ständig steigenden Energiekosten, könnte es jedoch zu einer Renaissance der Schöpfräder kommen. Denkbar wäre z.B. der Einsatz von Wasserschöpfrädern mit einem unterirdi­schen Bewässerungssystem anstelle der offenen Bewässerungskanäle.
Ein eingepflügtes Rohrlei­tungssystem aus perforierten Drainagerohren würde die Pflanzen mit dem notwendigen Wasser versorgen ohne den Maschineneinsatz auf den Wiesen und Feldern zu behindern.

Oder sind die letzten Wasserschöpfräder Mitteleuropas doch nur uralte Technik- und Kulturdenk­male, die von Idealisten erhalten werden? Erfreulich ist immerhin, dass sich auch andere Gemein­den wieder an ihre längst abgegangenen Wasserschöpfräder erinnern und einzelne Wasserschöpfrä­der neu errichteten. Zum Beispiel bei Hausen im Oberwasser des RMD-Kraftwerkes, an der Regnitz bei ER-Bruck, in Stadeln an der Feinbauernwiese und in Nürnberg am Lederersteg. Wünschen wir den ehrenamtlichen Mitgliedern der Wasserradgemeinschaft Möhrendorf, dass sie die zehn Möh­rendorfer Wasserschöpfräder, als einmaliges Denkmal in Mitteleuropa, noch viele Jahre erhalten können.

RD

 


Literatur und Quellen:

[1] Kupfer, Konrad: Die fränkischen Wasserschöpfräder; Erlangen 1931

[2] Dürschner, Rolf:  Die Möhrendorfer Wasserschöpfräder; Erlangen 2001

[3] Sitzmann, Karl:  Künstler und Kunsthandwerker in Ostfranken

 

Dieser Artikel ist ein Auszug aus: „Die Chronik der Gemeinde Möhrendorf“

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